D' Oma Paulena ischd a Köngamere (aus Köngen) gwäa. Se ischd als jüngsts vo nae (neun) Kender an-a 1891 uf d' Welt komma.
Ihr Vaddr, d'r Ehne, war aus am-a Nôchberdorf. Er sei a graoßer schdadlicher Mô gwäa, später nô mit am-a weißa Bart.
Ihr Muadr ischd a Hiasiga (aus dem Ort) gwäa. Se hent an Hausdôil em Glaoschdr (ehemals Kloster) ghät.
D'r Wôhret halber: se hent aerschd gheiradet, mô d's "Zwôide" (zweite Kind) onderweags gwäa ischd. Se seied no z'jong, er no et volljährig gwäa ond d's Geld hätt au no et glanget zom Heirada. Des hôt aber "d's Schnaufa et vertraga könna" ond d'r äldeschd Bruader vo d'r Oma Paulena hôt amôl no als graoßer Kerle oena an d' Backa nôkriagt, mô-ner des seim Vadder vorgrechnet hôt.
D'r Ehne ischd streng gwäa, bsonders bei seine sechs Mädla, uf dia hôt 'r ufpaßt. Se hent fei jô müaßa ôständig sei! Em sonndigmittags hent se ens Sonndigsschüale (Sonntagsschule) derfa, dass se no ebbes drzuaglernt hent, wia d's Briafschreiba: A Eiladung zor Konfirmatio an d' Dode ond da Deede (Patin und Pate), an Lebenslauf oder wia m'r sich schriftlich uf a Stell' nô bewirbt. Älle send se hell (klug) gwäa ond hent leicht glernt.
'S hôt et viel Platz ond Sach ghet, dass es für a jed's a ôiges Bett glanget hätt. Nô hent se halt müaßa zemma neischlupfa. D' Bettlada send uf d'r offena Behne (Dachboden) gstanda, mô 's zoga hôt ond em Wendr, wenn 's dussa kalt gwäa ischd, hôt m'r oft sein Atem raucha seha. 'S hôt zo de Dachritza reigschnia ond em môrgnets, mô se zeitig ufschdao müaßa hend, hôt d's Häfele (Nachttopf) äls a Eisschicht ghät. Als Bettfläsch hent se an Bachschdoe (Backstein) gnomma dean mô se tagsiber em Ofa gwärmt ond em ôbnets en a Tuach eigschlaga hent, bevor 'r ens Bett einegschoba wôra ischd.
Bald hent se müaßa naus en d' Welt, 's ischd nô wieder oe Esser weniger gwäa am Tisch. D' Buaba hent en d' Fabrika müaßa ond d' Mädla zo Herrschafta ens Deana (als Dienstmädchen). D' Oma Paulena ischd uf Eßleng (Esslingen) komma, dô hôt se da Haushalt glernt. Mô ihr Muadr gstorba ischd, hôt sui, als Lediga, wieder hoem müaßa. Se hôt ihrn Vaddr zom Versorga ghet.
Jutta Berger
Hausteil im "Kloster" in Köngen.
Pauline: vordere Reihe, 3. von links.
Ihr Vater Gustav Stoll hinter ihr aus dem Stall kommmend.
Konfirmandenbild von Pauline und Ernst
Pauline: 2.Reihe, links, 2. Mädchen
Ernst: Oberste Reihe, rechts außen
Oma ond Oba
Se ischd a graoß Weib gwäa, mei Oma, eaba a "Paulena", koe "Paele", wia m'r de Schmächtige ghôißa hôt. An gflochdena Knoda hôt se ghät, koen dürrlocheda, wia manche andere Fraua selbichsmôl ghet hent. - Noe, an scheena, aus am-a dicka Zopf, später nô mit etliche Silberfäda durchzoga.
Au soschd ischd se a reachts Weib gwäa, wia gsaet: Graoß, stattlich, ufrecht ond gradraus. - "Se hätt mit älle Leut gschwätzt ond für a jed's a fraendlichs Wort ibrig ghät!"
Überhaupt hent viele Leut an ehra graoß nufguckt: Se hôt ihrn Mô "kriagsversehrt" gheiradet, der mô faefazwanzgjährig em aerschda Kriag (Ersten Weltkrieg), von-a "vierzeha uf achtzeha", en Frankreich oen Fuaß vrlaora hôt, - 's ischd bloß no an Stomba (Stumpf) drôgwäa.
D' Oma hôt en d' Familiabibl, dui mô se vom Pfarrer zo d'r Haorzich (Hochzeit) kriagt hent, an Vermerk gmacht:
"Ernst Käser war am 2. Aug. 1914 in den Krieg gezogen u. war im Feld bis am 27. Aug. 1917, wo er bei den schweren Kämpfen bei Langenmark & Bastental (Frankreich*) durch einen Granatsplitter am linken Unterschenkel schwer verwundet wurde. Er kam in ein Feldlazarett wo ihm am 30. Aug. der Fuss ober dem Knie abgenommen wurde.
Da kam er am Okt. nach Barmen ins Lazarett bis 2. Nov. 1917. Dann kam er nach Stuttgart in Weimarspital wo ihm nochmals ein Stück am Fuss abgenommen wurde. Dort war er bis 23. Apr. 1918 wo er dann mit einem künstlichen Bein entlassen wurde."
*Langenmark bei Ypern in Westflandern.
Em werdigs hôt se d's Mittagessa für da Ernst am Essabaura (Essenbauer) mitgeaba. Deam hôt m'r 's bis am Elfaläuta brenga könna ond der hôts mit seim Gaulsfuhrwerk en d' Fabrika gführt, daß dia Arbeitersleut au ebbes Warms em Bauch ghät hent.
D' Paulena ond d'r Ernst send früher mitnander en d' Schual ganga: Se send gleichaltrig gwäa.
D' Paulena hôt zom Ernst ällaweil "Käsboll" gschria. Der, et faul, hôt se en d' Brennessla neigschuckt. - Später hôt se nô au "Käser" ghôißa.
Jutta Berger